Installation SAS9

SAS-Bereitstellung: Stille Installation und Infrastrukturherausforderungen

Simon 13/05/2016 3 vues

In der Welt der SAS©-Systemadministration diktieren Sicherheitsauflagen oft die Bereitstellungsmethode. Ein klassisches Szenario, dem Administratoren oder zu Architekten beförderte Statistiker häufig begegnen, ist die Installation der Plattform (wie SAS© BI Server oder Fraud Framework) auf gesicherten Linux-Servern (z.B. RHEL), wo grafische Schnittstellen (X11) untersagt sind.

Dieser Artikel fasst Best Practices für die Verwaltung einer „stillen“ (headless) Installation zusammen und behandelt entscheidende Hardwareüberlegungen, um Engpässe zu vermeiden.

1. Die Herausforderung der Installation ohne grafische Benutzeroberfläche

Das Haupthindernis bei einer Bereitstellung auf einem gesicherten Server ist die Unmöglichkeit, den grafischen Installationsassistenten (SAS© Deployment Wizard) zu starten. Obwohl SAS© 9.3 native „headless“-Modi für UNIX eingeführt hat, bleibt die zuverlässigste Methode für geplante Bereitstellungen die Verwendung einer Antwortdatei.

Die Lösung: Der „Quiet“-Modus und die Antwortdatei

Für eine stille Installation benötigt der Bereitstellungsassistent eine Datei, die alle Antworten auf Fragen enthält, die er normalerweise stellen würde (Installationspfade, zu installierende Komponenten, Ports usw.).

Wie wird diese Datei generiert? Es gibt zwei Hauptansätze:

  1. Die vorherige Aufzeichnung (Empfohlen): Diese Methode erfordert eine temporäre Zusammenarbeit mit den Systemadministratoren.

    • Erhalten Sie eine temporäre Ausnahme, um die X11-Anzeige zu aktivieren.

    • Starten Sie den Bereitstellungsassistenten mit den Aufzeichnungsoptionen: ./setup.sh -record -responsefile /pfad/zur/response.txt

    • Dieser Befehl ermöglicht es, die Konfigurationsbildschirme zu durchlaufen, ohne die Software zu installieren. Er generiert lediglich die Datei response.txt.

  2. Die professionelle Unterstützung: Beauftragen Sie die professionellen Dienste von SAS©, um diese maßgeschneiderte Datei zu erstellen, falls die Aktivierung von X11, selbst temporär, unmöglich ist.

Sobald die Datei erhalten wurde, können Sie die eigentliche Installation im stillen Modus auf dem Zielserver ohne grafische Benutzeroberfläche starten.

Nützliche Ressource: Für weitere Details zu den Optionen -record und -responsefile, siehe das SAS© Deployment Wizard and Manager's Usage Guide.


2. Über die Installation hinaus: Architektur und Hardware

Eine erfolgreiche binäre Installation ist nur der erste Schritt. Wie viele Erfahrungsberichte zeigen, kann eine schlecht dimensionierte Architektur eine leistungsstarke Plattform in ein langsames und unbrauchbares System verwandeln.

Die Fallstricke der Virtualisierung und der E/A

Bei der Einrichtung einer 3-Tier-Architektur (Metadaten-Server, Anwendungsserver, Webserver) ist die Hardwarekonfiguration entscheidend.

  • Das Problem der VMs: Eine Bereitstellung auf schlecht konfigurierten virtuellen Maschinen (insbesondere bei Festplattenzugriffen) kann zu einer verschlechterten Leistung führen.

  • Die Bedeutung der E/A (Eingabe/Ausgabe): SAS© ist extrem lese-/schreibintensiv. Der E/A-Durchsatz (Throughput) ist oft der Hauptengpass. Es geht nicht nur um die Speicherkapazität, sondern um die Geschwindigkeit, mit der Daten verarbeitet werden können.

Aufmerksamkeitspunkte für die Dimensionierung

Wenn Sie komplexe Lösungen wie das Fraud Framework bereitstellen, ist es unerlässlich, die folgenden Punkte vor der Produktionsumstellung zu validieren:

  • CPU und Arbeitsspeicher: Angemessene Dimensionierung für jede Schicht.

  • Festplattenarchitektur: Bevorzugen Sie Systeme, die eine hohe E/A-Last unterstützen können.

  • Kommunikation: Definieren Sie Sicherheitsprotokolle zwischen den Schichten (SSL/TLS) bereits in der Designphase.

Die Bereitstellung von SAS© in Unternehmen erfordert eine doppelte Kompetenz: die Beherrschung automatisierter Installationstools (Antwortdateien), um grafische Beschränkungen zu umgehen, und ein feines Verständnis der Hardwareanforderungen. Während die offizielle Dokumentation die Bibel des Installateurs bleibt, zeigt die Erfahrung, dass die Vorbereitung der Infrastruktur (E/A, Netzwerk) den letztendlichen Erfolg des Projekts bestimmt.